integrative Therapie

 

Methode der integrativen Therapie

 

Menschlichkeit, Begegnung, persönliche Vitalität und Weiterentwicklung setzt voraus, dass ein Mensch sich stets auseinandersestzt mit seiner persönlichen und menschlichen Natur. Im Zentrum der Integrativen Therapie stehen Körper, Seele und Geist eines Menschen in seinem näheren und weiteren Lebenszusammenhang und Umfeld. Wichtig sind dabei eine ich-konsistente, aber flexible Identität. Anteile dieser Identität bilden die Leiblichkeit, das soziale Netzwerk, Arbeit / Leistung / Freizeit, materielle Sicherheit und persönliche Werte (Ethik) von KlientIn und TherapeutIn.

 

Die IT (Integrative Therapie) ist klinisch-kurativ, gesundheitsfördernd, persönlichkeitsentwickelnd und kulturkritisch. Sie basiert auf einer klinischen Gesundheits- bzw. Krankheitslehre in der Lebensspanne und erarbeitet aus Begegnung und Ausdruck (intersubjektiv) neben dem aktuellen Arbeitsfokus auch biographische und zukünftige Themen. Die IT arbeitet mit einem Katalog von definierten Krankheits- und Gesundheitsfaktoren (Pathogenese, Salutogenese) mit einem reichen Repertoire an psycho-, körper- und kreativtherapeutischen Methoden und Medien, integriert also Leib- & Bewegungstherapie, Tanztherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Poesie- & Bibliotherapie, auch in den Bereichen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Soziotherapie / Suchttherapie (vgl. EAG, SEAG).

 

Als Wege der Heilung versteht sie die Bewusstseinsarbeit (kognitives Verstehen), Differenzierung im emotionalen Ausdruck, Erlebnisaktivierung/Persönlichkeitsentfaltung, und Solidaritätserfahrung (Empowerment, persönliche Souveränität). Die Therapiearbeit basiert auf 14 durch Forschung herausgearbeiteten Heilfaktoren. (Das EAG führt seit Langem eine institutseigene Forschungsabteilung). Sowohl Kurz- als auch Langzeittherapien sind angezeigt - je nach Zielsetzung und Indikation. Die IT ist weltweit, auch in Übersee sehr verbreitet (Ausbildung in 8 europ. Ländern angeboten). Sie ist auch in der Schweiz bei den Berufs- und Ausbildungsverbänden (SPV, FSP, FMH, Charta) anerkannt.

 

Die Weiterentwicklung der Lehre in integrativer Therapie berücksichtigt unter anderen speziell die Psychotherapie- und psychologische Forschung, Philosophie und Neurowissenschaften. Grossen Einfluss auf Theorie und Ausprägung der IT hatten unter anderem Ferenczi (aktive Psychoanalyse, Moreno (Psychodrama), Iljine (Therapeutisches Theater) und Perls (Gestalttherapie). Das "Fritz Perls Institut für Integrative Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung" in Düsseldorf wurde 1972 bzw. 1974 gegründet von Herrn Prof. Dr. H. G. Petzold, und den Frauen Prof. Dr. J. Sieper und Dr. H. Heinl.

 

Literaturhinweis: Eine Kurzdarstellung unter anderem von Menschenbild, Therapie- und Gesundheits/Krankheitsverständnis und der Geschichte bzw. von den Einflüssen der Forschung auf die Entstehung der Ausbildung in Integrativer Therapie und zu den Therapiegrundlagen findet sich in: "Europäische Akademie für psychosoziale Gesundheit, Düsseldorf (EAG)" J. Sieper / Hilarion G. Petzold, in: Forum für Psychotherapie, Verlag Springer, 2002/10, Nr. 2, S. 84-85

 

Angaben zur Ausbildung in Integrativer Therapie und GestalttherapieSEAG Stiftung Europäische Akademie für psychosoziale Gesundheit, St. Gallen Tel. 0041 71 244 25 58

 

FPI Schweizer Sekretariat des Fritz Perls Institut: c/o Ursula Schneiter, Turnweg 21, 3013 Bern Tel. 0041 31 333 09